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  • Geschwisterbetreuung

Geschwisterkinder

Die vorzeitige Geburt eines Kindes stellt nicht nur seine Eltern, sondern auch ältere Geschwisterkinder vor große Herausforderungen. Wenn sich plötzlich nur noch alles um das Frühchen dreht, die Eltern sorgenvoll und belastet sind, dann müssen die anderen Kinder oftmals zurückstecken. Wer kümmert sich um sie, wenn die Eltern auf der Station bei ihrem Frühchen sind? Wo und wie können sie sich beschäftigen? Wie können sie auf der Intensivstation in die familiäre Situation integriert werden?

Kindgerechte Planung

  • Für Geschwisterkinder der kleinen Patienten ist eine Spielzone im Foyer bzw. ein Aufenthaltsraum im Eingangsbereich empfehlens­wert, der mit einer Spiel-, Lese- und ggf. Computerecke ausgestattet ist. 
  • Auch auf der Station selbst ist die potenzielle Anwesenheit von Geschwisterkindern zu berücksichtigen. Im Elternaufenthaltsraum sollten daher auch sie bei der Planung bedacht werden.

Betreuungsangebot

Im Idealfall bietet die jeweilige Klinik, in der das jüngste Familienmitglied behandelt wird, eine entsprechende Betreuung der älteren Geschwisterkinder an, falls dies benötigt wird. Das erfordert geeignete Räumlichkeiten. Im Rahmen des Angebots der Geschwister­betreuung sind altersgerechte Spielmöglichkeiten und Spielbereiche in die Raumkonzepte zu integrieren.

Durch das Angebot werden die Eltern in dieser schwierigen Zeit stark entlastet. Gleichzeitig können Geschwisterkinder als Teil der Familie am Erleben der Frühgeburtssituation teilhaben. Dies wäre im Falle einer externen Unterbringung bei Verwandten oder in Einrichtungen außerhalb der Klinik erschwert.

Einige Kliniken in Deutschland bieten zumindest stundenweise Geschwisterbetreuung an (siehe nebenstehende Links). Die Betreuung sollte möglichst in unmittelbarer Nähe des Perinatalzentrums stattfinden, beispielsweise in der klinikeigenen KITA. Dies erleichtert die Organisation für betroffene Familien. Andernfalls besteht die Gefahr, dass das Angebot nicht wahrgenommen wird. Einige Kliniken diskutieren die Einrichtung eines Betriebskindergartens, in dem die Kinder der Mitarbeiter betreut werden und optional Geschwisterkinder der kleinsten Patienten mitbetreut werden können. Das erscheint für ein längerfristiges Betreuungsangebot die effizienteste Lösung zu sein, andernfalls müssten Räumlichkeiten und entsprechend qualifiziertes Personal für eine unbekannte Zahl an potenzielle Geschwisterkinder vorgesehen werden, die dann phasenweise auch unausgelastet sind, wenn der Bedarf nicht vorhanden ist.

Literatur

  • Frühgeborene in der Familie; Fehrenbach, L.; DEUTSCHE HEBAMMEN ZEITSCHRIFT 4/2012, 13-16

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